Agility Nachrichten
    Samstag, den 10.Dezember 2016

 

Vorsätze und Wünsche für 2007

Bornheim - 31. Dezember 2006

Am letzten Tag des Jahres kommen sie wieder: Die guten Vorsätze und Wünsche für das neue Sportsjahr 2007.

Der eine wünscht sich den Aufstieg in die nächste Klasse, der andere ein gutes Abschneiden bei internationalen Turnieren und wieder andere einfach nur viel Spaß mit ihrem treuen Sportpartner.

Wir wünschen allen, die aktiv mit Ihrem Hund diesen Sport ausüben, dass Ihre Wünsche erfüllt werden und sie zum Jahreswechsel 2008 auf ein erfülltes Sportjahr zurück blicken können.

Soweit zu den Wünschen. Jetzt zu den Vorsätzen:

In den letzten Jahren sind mir immer mehr Agilitysportler aufgefallen, die mit Ihrem Hund nicht als Team arbeiten, sondern Ihren Hund als Sportgerät zur Befriedigung Ihres übersteigerten Ehrgeizes missbrauchen.

Für diese "armen Hunde" würde ich mir wünschen, dass sich die Besitzer für 2007 den Vorsatz nehmen, den eigenen Ehrgeiz nicht über die persönlichen Fähigkeiten und die Möglichkeiten des Hundes zu stellen.

Die besten Vorsätze haben eh unsere Hunde: Sie wollen uns gefallen. Dem einen Hund gelingt es vielleicht besser als dem anderen, aber Mühe geben sich alle. Man wird keinen Hund finden, der bewusst eine Hürde reißt oder die Kontaktzone ignoriert, um seinen Besitzer eins auszuwischen.

Aber leider gibt es auf der Zweibeinerseite immer mehr, die gerade das Ihrem Hund unterstellen anstatt den Fehler bei sich selbst zu suchen. Vielleicht stand in solchen Situationen der Besitzer einfach falsch zum Gerät oder hat im Eifer des Gefechts einen falschen Befehl gegeben. Das passiert schließlich jedem einmal. Aber es ist natürlich immer leichter einem anderen die Schuld für die eigenen Fehler zu geben.

Jedes Lebewesen hat ein gewisses Maß an Fähigkeiten aber auch an Unzulänglichkeiten mit auf dem Weg gegeben bekommen. Es liegt an uns die Talente zu nutzen und zu lernen mit den persönlichen Hemmschuhe klar zu kommen.

Nicht alle Hunde haben Spaß an Agility. Unsere Rieke fand nur die Kontaktzonen gut, weil sie es schon als kleiner Hund geliebt hat, auf dem Spielplatz mit Leah die Rutsche herunterzurutschen oder im Wald auf die höchsten Holzstapel zu kraxeln. Einen kompletten Parcour fand sie einfach nur ätzend. Warum so einen Hund mit Agility quälen. Schließlich gibt es noch andere Beschäftigungen die Zwei- und Vierbeiner Spaß machen. Für Leckerchen hat sie jeden Trick gelernt und war einfach nur glücklich, wenn sie bei einem war.

Ich werde immer wieder gefragt, kann man mit dieser oder jenen Rasse Agility machen. Meine Antwort, ist immer, dass man da am besten seinen Hund befragt. Bei einem Probetraining mit einem guten Trainer sieht man sehr schnell, ob ein Hund Freude daran hat zusammen mit seinem Besitzer einen Parcour zu meistern. Allerdings darf man sich weder von der Gier nach Pokalen oder von Vereinskollegen unter Druck setzen lassen. Ein schwerer Hund wird in einem Turnier niemals an die Zeiten eines Border Collies heranreichen, aber dafür wird er einen komplizierten Parcour vielleicht ohne Fehler absolvieren. Wenn einem der gemeinsame Spaß beim Ausüben von Agility reicht, ist es der richtige Sport. Wenn man ganz langsam seinen Hund aufbaut, die eigene Führerqualität verbessert und dann mit seinem vierbeinigen Mitsportler zu einem Team zusammenschmilzt, wird man früher oder später auf dem Treppchen landen. Wenn nicht hat man auf dem Weg dorthin soviel Freude gehabt, dass es einem egal ist.

An dem Wunsch zu gewinnen ist nicht auszusetzen. Ich finde es wichtig, dass man im Verein für Turniere trainiert und das Ziel verfolgt auf dem Treppchen zu stehen. Aber ich finde es unverantwortlich, wenn das auf Kosten des Hundes passiert.

Was mich in diesem Jahr stark beschäftigt hat, ist der Ausspruch einer Agilitysportlerin, als sie auf die schmale Statur und das geringe Gewicht ihres Hundes angesprochen wurde, entgegnete, der Hund müsse sich das Futter verdienen und je leichter desto schneller. Ich halte das schon für Tierquälerei. Solche Leute sollten sich ein Fahrrad oder irgendein anderes Sportgerät kaufen, damit Sport machen und sich die eigene Gesundheit ruinieren. Auf keinen Fall dürften sie im Besitz eines Lebewesen sein, für das sie die Verantwortung übernommen haben, aber für ihre Befriedigung missbrauchen.

Soweit meine Gedanken zu 2006 und meine Wünsche für 2007!!

Ich würde mich über eure Meinung dazu freuen. Vielleicht habt ihr auch gute Vorsätze, die ihr mit anderen teilen wollt. Traut euch und schreib uns.


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