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Interview anlässlich ihres Sieges bei der WM 2003 in Frankreich
"Wenn
einer den WM-Titel verdient hat, dann ist es Silvia Trkman ..."
Das war die übereinstimmende Aussage vieler Agility-Sportler und Besucher, die das Glück hatten, Silvia Trkman mit ihrem Hund La (Simply The Best Loubajac) auf der Weltmeisterschaft 2003 in Frankreich bewundern zu können. Die Beiden liefen so unbeschwert durch den Parcour, dass man glauben konnte, es gäbe nichts, was Hund und Besitzerin in irgendeiner Weise hätte aufhalten können. Aber nicht nur die großartigen Läufe, sondern auch das herzliche Miteinander der Beiden am Rande des Turniergeschehens weckte das Verlangen nach mehr Infos über dieses Agilityteam.
Gesagt, getan. Eine Mail an Silvia Trkman mit der Bitte um ein Interview. Die Rückmail
ließ nicht lange auf sich warten. Und hier jetzt alle Antworten
auf unsere Fragen:
(Das Interview war ursprünglich in Englisch und wurde von uns frei
übersetzt.)
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Das Team:: Silvia Trkman ist 24 Jahre alt und schreibt zurzeit an Ihren Diplomarbeiten zum Thema Philosophie und Journalismus. Aktuell teilt sie ihr Leben mit drei Hunden. Dem 13 Jahre alten, immer noch fitten Samojeden Aiken und den beiden Pyrènèen Schäferhunden Vedette of the Gloaming (Rufname: Lo, 7 Jahre alt) und Simply The Best de Loubajac (Rufname: La, 2 Jahre alt). Sie lebt eigentlich in Ljubljana der Hauptstadt von Slovenien. Die Weltenbummlerin schreibt
aber von sich selbst: "Ich reise so häufig, dass meine
Hunde denken, wir leben in einem Auto." |
agility.de:
Wann war dein erster Kontakt mit einem Hund?
Silvia Trkman:: Sobald ich in der Lage war zu laufen und es mir gelang meinen Eltern zu entwischen um einen Hund in den Arm zu nehmen. Ich weiß nicht, woher ich meine Liebe zu Hunden habe, da keiner aus meiner Familie jemals einen Hund besaß oder einen Hund haben wollte. Aber ich glaube, dass meine erster Wunsch, den ich jemals ausdrücken konnte, war einen Hund zu haben. Ich brachte alle streunenden Hunde mit nach Hause, die ich finden konnte. Aber meine Eltern rebellierten sehr laut gegen diese Idee. Da ich schon immer schlecht darin war, auf andere zu hören, brachte ich als ich 11 Jahre alt war, einen Samojeden Welpen mit nach Hause. Ich hatte ihn in einer Tierhandlung von dem Taschengeld gekauft, das ich mein Leben lang gespart hatte, um mir meinen Kindheitstraum zu erfüllen: einen Samojeden.
agility.de: Warum fiel die Wahl auf einen Berger de Pyrènèes?
Silvia Trkman::
Als ich mich für einen weiteren Hund entschied, wollte ich in Wirklichkeit
einen Samojeden. Aber meine Eltern protestierten so
stark
gegen diese Idee, dass das Wahl auf einen kleineren Hund fiel. So entschied
ich mich für den leichteren Weg und wollte einen Hütehund. Aber
keinen Sheltie, weil ich den ernsten Blick nicht mochte. Darum öffnete
ich ein Hundebuch und darin war ein Berger de Pyrènèes,
der mich anlachte. Ich war verfallen. Ich hörte auf keinen, der mir
erzählte, wie verrückt es ist eine total unbekannte Rasse haben
zu wollen. Trotzdem importierte ich im März 1997 den ersten Berger
de Pyrènèes nach Slovenien. Sie war der erste Berger de
Pyrènèes, den ich jemals in meinem Leben gesehen habe. Und
sie war ein wirklich schrecklicher Welpe, hatte Angst vor allen Personen
und Dingen. Ich brauchte 6 Monate um sie übere einen Steg zu bekommen,
da sie Höhenangst hat. Aber sie ist trotzdem ein großartiger
Hund. Sie würde alles für mich tun. Jedes Mal, wenn sie über
einen Steg läuft, danke ich ihr dafür, dass sie mir so sehr
vertraut, dass sie ihre Angst überwindet. Sie ist Landesmeister in
Slovenien seit 1998 (d.h. das sechste Mal in Folge in diesem Jahr), WM-Teilnehmerin
seit 1998, hatte den 5ten Platz auf der Weltmeisterschaft in Helsinki
2000, den ersten Platz in der Teamwertung in Dortmund 2002, den 2ten Platz
im Jumping auf der Weltmeisterschaft in Lievien 2003, 2002 IMCA Gewinner,
den ersten Platz bei den European Open 2002, ist International Agility
Champion ...
Als die Entscheidung für einen dritten Hund fiel, dachte ich wieder über einen großen Hund nach: Briard oder Beauceron. Dann erinnerte mich an mein kleines Auto, das ich bei meinen vielen Reisen gerne als Hotel nutze und ich es vorziehe, lieber mit einem Berger de Pyrènèes auf meinem Kopf zu schlafen, als mit einem Briard oder Beauceron. Also ...
Ich
lernte als erstes Französisch und trampte zu den Pyrènèenen.
Besuchte alle Züchter in der Region und reservierte einen Welpen,
der mir am Besten gefiel. So kam ich zu Simply The Best.
Grundsätzlich liebe ich diese Hunde wegen Ihres mischlinghaften Aussehens. Ich lernte ihr Temperament, ihre Verrücktheit und ihren Enthusiasmus zu lieben. Aber ich kann diese Rasse keinem anderen empfehlen. Es sind merkwürdige kleine Hunde, sehr sensibel und besonders scheu, die sehr viel Zeit und Arbeit beanspruchen.
agility.de: Wann hast du Agility entdeckt?
Silvia Trkman:: Ich habe 1989 in einem slovenischen Hundemagazin von Agility gelesen. Man berichtete dort über die erste Präsentation des Agilitysportes in Slovenien. Ich mocht es sofort: Mein einziges Problem zu der Zeit war, keinen Hund zu besitzen...
agility.de: Wann hast du mit Agility angefangen?
Silvia Trkman:: Ich habe 1992 mit Agility mit meinen Samojeden begonnen.Er war der schlechteste Welpen, den sich eine 11 Jährige vorstellen konnte: Ein eigensinniger, wilder, unabhängiger, dominater, "Alpha-Samojedenwelpe", körperlich viel stärker als ich selbst. Er zeigte niemals den Wunsch irgend jemandem zu gefallen, als sich selbst. Aber er war mit Sicherheit der beste Lehrer, den man sich vorstellen konnte. Er nutze jeden Vorteil verursacht durch meine Fehler und vergaß nie etwas.
Er brachte mich häufig zum Weinen. Aber er lehrte mich auch niemals aufzugeben. Ich gab nicht auf und trotzdem keiner glaubte, dass er jemals einen Kurs beenden würde, wurde er am Ende der erfolgreichste Samojede in der Welt: National Champion 1998, WM-Teilnehmer 1997 und 1998, Bester nordische Hund bei einer WM überhaupt. Ich habe das nie erwartet. Alles, was ich von diesem Hund wollte war, das er mit mir im Parcours bleibt anstatt herauszulaufen um mit anderen Hunden zu spielen. Um zum Agilitytraining zu gelangen, musste ich hin und zurück eine Stunde mit dem Bus fahren. Alles, was er für mich tat, war mich aufzuregen. Aber glüchlicherweise habe ich nicht aufgegeben.
agility.de: Wie oft trainierst du Agility?
Silvia Trkman:: Ich trainiere zwei oder dreimal pro Woche. Ich teile das Training in fünf bis zehn Einheiten auf, das bedeutet: Ich trainiere nicht mehr als fünf Minuten pro Einheit. Aber ich spiele viel in der Zwischenzeit, so dass das Training insgesamt ungefähr eine Stunde dauert.
agility.de: Wie hast du es zur Weltmeisterschaft geschafft?
Silvia Trkman:: Die WM war nie mein Ziel. Mein Ziel war es nur immer besser zu werden. Mit jeden Hund wollte ich besser werden. Ihn besser trainieren. Wenn ich je das Gefühl habe nicht mehr besser werden zu können, höre ich auf. Ergebnisse haben für mich keine große Bedeutung. Ich bevorzuge eher einen perfekten Lauf ohne falsche Bewegungen als einen Siegeslauf, der weit weg von der Perfektion ist.
agility.de: Arbeitest du auch mit Schafen um deinen Hunden ein Kontrastprogramm zu bieten?
Silvia Trkman:: Ich arbeite nicht an Schafen, da diese Sport in Slovenien nicht existiert, wir haben keine Schafe mit denen ich arbeiten könnte. Ich habe es in Frankreich einmal versucht und habe es geliebt, aber meine Hundes sind nicht sehr talentiert. Und ich bin sicher, dass es ihre Lebensqualität nicht beeinflusst. Wenn man die Möglichkeit hat: Sollte man es machen. Wenn man es nicht kann, sollte man sich nicht darüber ärgern und einen anderen Job für seinen Hund suchen. Früher haben alle Hunde gejagt. Das bedeutet aber nicht, dass alle Hunde, die es jetzt nicht tun, darunter leiden. (Bei bestimmten Hunden wäre ich da nicht so sicher! ;-))))) Anmerkung der Redaktion)
agility.de:In Dortmund konnten wir sehen, dass du und dein Hund gute Tänzer seid? Es war toll zu sehen, wie schön ihr beide miteinander harmoniert. Machst du das nur aus Spaß oder um deinem "kleinen Teufel" eine weitere Aufgabe zu geben? Nehmt ihr beide an Wettbewerben teil?
Silvia Trkman:: Wir gehen nicht zu solchen Wettbewerben, da in unserem Umkreis keine angeboten werden. Aus diesem Grund existiert der Sport als solches hier gar nicht. Als ich damit anfing La verschiedenen Tricks beizubringen, wußte ich noch nicht von der Existenz dieser Sportart. Ich habe es nur gemacht um ihr hyperaktives Gehirn auszulasten. Und um ihr beizubringen, dass Lernen Spaß macht.
agility.de: Trainierst du auch andere Hunde und Hundeführer?
Silvia Trkman:: Ja, ich trainiere Agility in zwei Vereinen und Obedience in einem anderen. Zusätzlich halte ich auch Agilityseminare ab.
agility.de: Was sind die größten Fehler, die die Menschen bei der Ausbildung machen?
Silvia Trkman:: Sie wollen zu schnell zuviel. Ich beginne mit dem Training bereits mit 7 Wochen, aber niemals in Eile. Ich mache es sehr, sehr langsam und ich stelle immer sicher, dass die Übung so leicht ist, dass der Hund keinen Fehler machen kann. Wenn sie es irgendwie macht, lobe ich den Hund und nehme die Schuld auf mich, dass ich es ihr nicht einfacher gemacht habe, erfolgreich zu sein. Hunde machen es immer richtig. Dem Hund die Schuld zu geben ist ein weiterer häufig gemachter Fehler.
agility.de: Was sind die besten Voraussetzungen ein erfolgreiches Agilityteam zu werden?
Silvia Trkman:: Es ist einzig und allein die richtige Einstellung. Wenn die Einstellung stimmt, kann man fast alles erreichen! Wenn die Einstellung nicht stimmt, funktioniert es auch nicht. Als erstes musst du den Antrieb, das Verlangen und den Wunsch zu arbeiten aufbauen.
agility.de: Wie hast du es geschafft, dass so ein schneller Hund, wie deiner die Kontaktzonen sauber arbeitet?
Silvia Trkman:: Mit Vedette habe ich viele verschiedene Methoden ausprobiert und dadurch viele Probleme bekommen und viel Zeit verloren. Mit dem nächsten Hund wollte ich nur die Kontaktzonen laufen. Ich dachte mir: Wenn ein Hund lernen kann, von welcher Seite er in einen Slalom einfädelt, kann er auch lerne, dass er nicht vom Ende eines Steges abspringt.Man muss nur genauso beharrlich bleiben, wie man es beim Slalomeingang ist. Ich besorgte mir ein Brett und legte es auf den Boden und lies den Welpen drüberlaufen. Ich erhöhte dann langsanm das Brett (mit Hilfe eines Bettes, Stuhls, Tisches, Toilette usw.). Mit jederErhöhung stieg auch die Bereitschaft herunterzuspringen und ich sagte "Nein" bei jedem noch so kleinen Versuch zu springen (nur den Kontakt zu haben war nicht genug: Ich wollte auf keinen Fall überhaupt einen Sprung zu lassen, denn die Grenzen zwischen klitzekleinem und großem Sprung sind fließend. Es ist immer alles oder nichts für den Hund.) und belohnte nur das hinüber laufen. Ich musste es endlose Male wiederholen und meine Augen schärfen auch nur den kleinsten Sprungversuch zu bemerken. Aber ich bin sicher, dass ich mit dem Ergebnis mehr als zufreiden sein kann.
agility.de: Können wir dich im nächsten Jahr auch einmal in Deutschland sehen?
Silvia Trkman:: Ich weiß nicht. Ich bin im nächsten Jahr sehr beschäftigt. Ich gebe Seminare in den USA, Kanada, England, Frankreich, Schweiz, Norwegen, Schweden, Spanien, Ungarn etc.
Aus Deutschland habe ich bis jetzt noch keine Einladung erhalten.
agility.de: Wir danken dir für die umfangreichen Antworten und wünschen euch für die Zukunft eine schöne Zeit miteinander!!!
Anmerkung der Redaktion 2007: Mittlerweile kamen schon einige Agilitysportler in den Genuss bei Silvia ein Seminar zu besuchen. 2006 war sie in Köln und hat alle beigeistert!!! Wer ein Seminar bei ihr verpasst, ist selber schuld.
Anmerkung 13.02.2010 15:20:04 - von Paula haha die videos sind ja echt der hammer ^^ ab coolsten sind diewerbespots xD viel spaß noch Lg Paula und hundi Sammy |
Anmerkung 16.10.2011 16:44:32 - von Ruda Hans Hallo ! Wann ist das Tunier melde bar. Danke |
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